Ausnahmsweise.
Ausnahmsweise empfehle ich ein Buch, das ich noch nicht beendet habe. Denn: bitte, wenn du diesen Roman noch nicht gelesen hast, dann solltest du das JETZT tun. Es ist die Zeit dafür. Bücher finden dich. Und dieses findet dich unbedingt. Jetzt nämlich, ho ho.

Wegen Selma, die aussieht wie Rudi Carrell. Wegen des Optikers, der am Phoropter abtaucht, dass seine Stimmen im Kopf leise werden. Wegen der immer mürrischen Marlies und der abergläubischen Elsbeth mit den Aufhockern im Nacken. Wegen Palm und seiner Bibelzitate. Wegen Astrid und ihrem Eiscafébesitzer. Wegen Luises Vater und Dr. Maschke und der Welt, die wir reinlassen sollen und in der wir längst drin sind. Wegen Alaska, dem Irischen Wolfshund. Wegen Luise mit ihren Verstockungen, und wegen Luise und Frederik. Und wegen Martin und Luise. Wegen Martin vor allem. Wegen des Okapis auch.
Wegen all der Liebe und des Schmerzes in diesem Buch. Wegen des Zu-Spät-Kommens und weil es nie zu spät ist. Wegen des Herzschmerzes, der Tränen, die kommen und sich mit einem Dauergrinsen verbinden, darum nämlich. Wegen der schnörkeligen Sprache, die überhaupt nicht schnörkelig ist. Wegen dieses Dorfes im Westerwald. Wegen Uhlheck, dem Eulenwald und der Spaziergänge darin.
Der Liebe wegen.
Ausnahmsweise. Noch neunzig Seiten, aber tzzzz … was soll sich schon da noch an meiner Meinung ändern!
Bitte lest diesen Roman, wenn noch nicht geschehen. Jetzt.
Mariana Leky studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Bei DuMont erschienen der Erzählband "Liebesperlen" (2001) sowie die Romane "Erste Hilfe" (2004), "Die Herrenausstatterin" (2010) und "Bis der Arzt kommt. Geschichten aus der Sprechstunde" (2013). Sie lebt in Berlin und Köln.
Mariana Leky, Was man von ihr aus sehen kann, Roman, DuMont Buchverlag, Zweite Auflage, Köln 2017, 315 Seiten, ISBN 978 3 8321 9839 8

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