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Daniel Schreiber "Liebe! Ein Aufruf"


Dass man zu LIEBE aufrufen muss, ist ein Unding, aber bittere Notwendigkeit.

 

Daniel Schreiber analysiert unsere Welt, die nicht leicht ist zu lieben, so, wie sie gerade ist und wohin sie sich gerade entwickelt. Gesellschaftliche, politische Verschiebungen, vor allem nach rechts und hin zu Diktaturen, technische, mediale Kolonialisierung, Vermögensungleichheit, ein Klima, eine Natur, die uns völlig ausgeliefert ist, Gewalt, Krieg – eine, unsere Welt, in der mehr und mehr der Hass dominiert, die feindliche Begegnung, Rechthaberei, Pöbelei. Kaum Meinungsaustausch, in dem man fair und respektvoll miteinander über die Unterschiede hinweg versucht, Kompromisse zu schließen. Dies befördert bei vielen ein zunehmend dystopisches Lebensgefühl und auch das Bedürfnis, sich in die eigenen vier Wände zu verkriechen … 


Daniel Schreiber "Liebe! Ein Aufruf"
Daniel Schreiber "Liebe! Ein Aufruf"

Viele bekannte Namen zitiert Schreiber, die sich mit dem Thema Menschen- und Weltliebe auseinandergesetzt haben - es geht wohlgemerkt nicht um die romantische Liebe. Albert Schweitzer, Meister Eckhart, Erich Fromm, Hannah Arendt, Martin Luther King, Mahatma Ghandi u.v.m. Keine naiven Persönlichkeiten mit naiven Theorien: Albert Schweitzer, der die Ehrfurcht vor dem Leben generell lehrt. Hannah Arendt, die Liebe mit Vergebung als ein überlebenswichtiges, politisches Konzept betrachtet, da es die menschliche Fehlbarkeit einschließt, Arendt, die den Gemeinsinn als sechsten Sinn begreift und an das „Überreden, Überzeugen, Verhandeln, Kompromisse schließen“ appelliert. Oder Martin Luther King, der Liebe als Antwort auf alle gesellschaftlichen Konflikte sieht.

 

Daniel Schreiber selbst ruft schließlich über zehn Seiten hinweg vehement zur Liebe auf. Sie im Kleinen, im Tagtäglichen zu verbreiten, dass es von jedem Einzelnen abhängt, Liebe in die Welt zu tragen, jedem Gegenüber mit Menschlichkeit und mit „radikaler Freundlichkeit“ (S. 124) zu begegnen.

 

Dass man zu LIEBE aufrufen muss, ist ein Unding, aber bittere Notwendigkeit. Ich kann nur sagen: Ja. Ein absolutes Ja. Nicht immer eine leichte Aufgabe, aber für jeden und jede irgendwie und eigentlich eines einfachen, unkomplizierten Weges möglich.

 

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Daniel Schreiber, geboren 1977, ist Schriftsteller. Mit seinen Texten hat er eine neue Form des literarischen Essays geprägt. Seine Bücher - Nüchtern (2024), Zuhause (2017), Allein (2021) und Die Zeit der Verluste (2023) - wurden vom Feuilleton begeistert aufgenommen und standen teils monatelang auf der SPIEGEL-Bestseller und Sachbuch-Bestsellerliste. Er lebt in Berlin.


Daniel Schreiber, Liebe! Ein Aufruf, Hanser Berlin, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 1. Auflage, München 2025, 158 Seiten, ISBN 978 3 446 28593 4

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